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Hebbel am Ufer

Stresemannstrasse 29
10963 Berlin

Tel.: 030/2590040
Fax: 030/25900449

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Im Parkett tummelt sich eine Meute Kampfhunde. Das Publikum dagegen steht auf der Bühne. Die Pit-Bull-Familie ist vorgeblich angetreten, ihnen was vorzusingen. Ein andermal lädt der Intendant zur "Bartleby-Belagerung" und zum Übernachten ins Theater ein, dann wieder verlassen die Theatermacher die Bühne und spielen in Berliner Privatwohnungen. Wir sehen, im Hebbel am Ufer ist manches anders als gewohnt. Der Intendant heißt Matthias Lilienthal. Bevor er zur Spielzeit 2003/2004 das aus den Häusern Hebbel-Theater, Theater am Halleschen Ufer und dem kleinen Theater am Ufer gebildete Kombinat Hebbel am Ufer, kurz HAU 1-3, übernommen hat, war er Chefdramaturg der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und 2002 Leiter des Festivals Theater der Welt im Ruhrgebiet. Der Mann mag keine "Kunstkacke". Das ist nämlich für Lilienthal das herkömmliche Theater, seine alte, so gefeierte Wirkungsstätte Volksbühne übrigens eingeschlossen. Der Mittvierziger reibt sich lieber an der "Realitätskacke" und führt seine Häuser in neue, experimentelle und nach herkömmlichen Maßstab theaterfremde Gefilde. Diese Verjüngungskur gilt inzwischen als gelungen, auch weil Lilienthal und sein Team mit einem ungeheurem Kraftakt und mit einem Produktionsetat, der vorher nur für ein Haus reichte, dem Kombinat Programm, Profil und Dynamik verleihen. Dafür wählte sie das Fachblatt "Theater heute" zum Theater des Jahres 2004. Gleichzeitig beleben die HAU-Bühnen die vielleicht toteste Ecke Kreuzbergs. Allein in der ersten, nur acht Monate dauernden Spielzeit gab es 335 Vorstellungen von 118 freien und internationalen Projekten und Produktionen. Zwei neu begründete Festivals - das Freie-Gruppen-Treffen "100º Berlin" und das Tanzfestival "Context" - bereichern den Berliner Kalender. "Verbrechen Sie Kunst!" rief Berlins Kultursenator Thomas Flierl dem Intendanten und seinen Schöpfergeistern zur Eröffnung der HAU-Bühnen im Oktober 2003 zu. Na denn. Niemand geringeres als Christoph Schlingensief verbrannte dazu eine Strohkuh und gab dem Unterfangen seinen Segen: "Solange ich kein eigenes Theater habe, unterstütze ich Matthias Lilienthal!" Bevor Lilienthal also die Bühnen zur Plattform erklärte, "zum leeren Raum, der verschieden füllbar ist", hatten die Häuser bereits sehr unterschiedliche Füllungen. Das HAU 1 war als Hebbel-Theater einer der bedeutendsten Berliner Veranstaltungsorte für junge, internationale, experimentelle und innovative darstellende Kunst.



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